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Storchenbestand im Landkreis Stade auf Rekordhoch

Mi, 2026-09-23 | Hans-Joachim Schaffhäuser

In den letzten 25 Jahren hat die Anzahl der Storchennester im Kreisgebiet kontinuierlich zugenommen.

mehrere Störche stehen auf einem Grünland und suchen nach Nahrung

Storchentrupp auf Nahrungssuche - Foto: Hans-Joachim Schaffhäuser

Viele Störche stehen auf einem Strommast in verschiedenen Ebenen und wollen dort geschützt vor Fressfeinden übernachten.

Schlafplatz der Störche auf einem Strommast in Burg - Foto: Janette Hagedoorn-Schüch

Der Storchenbetreuer Gert Dahms und seine fünf ehrenamtlichen Unterstützenden hatten in diesem Jahr besonders viel zu tun, um alle Daten zusammenzutragen. Insgesamt sind 113 Nestpaare in 2026 erfasst worden – im Jahr 2025 waren es noch 107.

„Fast 100 Nester mehr als in 2001, als man im Landkreis nur 14 Nestpaare zählte“, freut sich Naturschutzamtsleiter Dr. Andreas, „ein großer Erfolg des Natur- und Artenschutzes.“

Kürzere Routen, besseres Futter-Angebot

Als Ursache für die Bestandszunahme sieht Gert Dahms in der verkürzten Zugroute vieler Weißstörche. Normalerweise fliegen die Störche Ende August Richtung Afrika, um dort zu überwintern und kehren dann im April zu uns zurück. Doch in den vergangenen Jahren blieben viele Störche den Winter über in Spanien, da dort genügend Nahrung zur Verfügung stand. Dadurch verkürzte sich die Zugroute von 10.000 Kilometern auf nunmehr 2.000 Kilometer. Die Störche, die hier bei uns ankommen, sind ausgeruhter und haben eine erhöhte Fitness. Sie kehren oftmals schon im Februar oder März in den Landkreis zurück. Außerdem beobachtete Dahms, dass die Jungstörche früher geschlechtsreif werden. Nicht erst mit vier Jahren, sondern zum Teil sind sie bereits mit zwei Jahren soweit. Auch dadurch erhöht sich der Brutbestand.

Je besser die Nahrungssituation ausfällt, desto höher ist der Bruterfolg. In den ersten Wochen werden die Jungvögel mit Regenwürmern gefüttert. Danach gehören Insekten, Frösche und vor allem Mäuse zur Hauptnahrung. „In diesem Jahr haben 101 der insgesamt 113 Storchenpaare erfolgreich gebrütet“, berichtet Dahms. „Insgesamt sind 269 Jungstörche flügge geworden.“

Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr hatten 79 Storchenpaare gebrütet. Der Storchenbetreuer hatte 140 Jungtiere gezählt, also gut die Hälfte der diesjährigen Anzahl.

Storchentrupps auf der Durchreise

Ein besonderes Phänomen, das in den vergangenen Jahren vermehrt im Landkreis beobachtet wird, sind die großen Ansammlungen von Storchentrupps mit bis zu 50 Tieren. Es sind Zugvogeltrupps auf der Reise nach Süden. Auf ihrem Zug landen sie etwa alle 100 Kilometer, um Nahrung zu suchen und sich zu erholen. Abends stehen sie dann auf Strommasten, Hausdächern oder Bäumen, um dort oben vor Fressfeinden geschützt auszuruhen. Bei der Kontrolle solcher Schlafplätze konnte Gert Dahms einige beringte Störche feststellen. Diese stammten aus Schweden und Schleswig-Holstein.

  Alles Wissenswerte zur Lebensweise der Weißstörche und zu ihren Niststandorten im Kreisgebiet