Brennessel – Raupenfutterpflanze für viele Schmetterlingsarten
Die Raupe des Tagpfauenauges ernährt sich von Brennesseln - Foto: Janette Hagedoorn-Schüch
Tagpfauenauge auf einer Sonnenblume Foto: Linnea Schüch
Es gibt nur
wenige Pflanzen, die beim Gärtnern so einen schnellen „Raus-damit-Reflex“
auslösen wie die Brennnesseln. Das liegt vor allem daran, dass sie bei
Berührung auf der Haut unangenehm brennen und Quaddeln erzeugen. Außerdem
blühen sie nicht bunt, sondern eher unscheinbar grün und breiten sich auf
stickstoffreichen Böden stark aus.
Viele unserer heimischen Falterarten wie Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Admiral
und Landkärtchen benötigen die Brennnesseln unbedingt für Ihr Überleben. Sie legen ihre
Eier an ihren Blättern ab, weil sich ihre Raupen nur von Brennnesseln ernähren
und nicht auf andere Pflanzen ausweichen können.
Die Brennhärchen der Brennnessel machen den Raupen der verschiedenen Falterarten nichts aus. Im Gegenteil: Sie sind dadurch vor Feinden besser geschützt. Für sagenhafte 50 Schmetterlingsarten im Raupenstadium sind Brennnesseln eine Futterpflanze.
Wer sich also an Schmetterlingen erfreuen möchte, sollte einen prüfenden Blick in seinen eigenen Garten werfen. Neben einem reichhaltigen Blütenangebot als Nektarpflanzen, sind vor allem die heimischen krautigen Pflanzen als Raupenfutter für die Schmetterlinge unerlässlich.
Weitere Gründe, Brennnesseln im Garten stehen zu lassen, sind ihre blutverbessernde und harntreibende Wirkung. In der Volksmedizin wird sie als Bestandteil in Tees zur Entschlackung und Blutreinigung verwendet.
Nicht zuletzt ist Brennnesseljauche bei vielen Gärtnern als pflanzliches Düngemittel beliebt und wirkt verdünnt sogar gegen Blattlausbefall.