Igel bei der Nahrungssuche - Foto: Hans-Joachim Schaffhäuser
Es gibt kaum ein Tier in unseren Gärten, das so beliebt ist, wie der Igel.
Die deutlichsten Anzeichen für die Anwesenheit eines Igels liefern die von ihm verursachten Geräusche. Sein ständiges Grunzen, Schmatzen und Schnüffeln und das Rascheln der Blätter, wenn er auf Nahrungssuche ist, sind besonders nachts nicht zu überhören.
Gerade sein unbändiger Hunger nach Nacktschnecken, Raupen, Fallobst, Mäusen und verschiedenen Insekten machen den Igel bei Gartenbesitzern so gern gesehen.
Zu Beginn des Herbstes trifft man häufiger Igel an als sonst. Die Tiere beginnen in dieser Zeit ihr Winternest zu bauen und sich Winterspeck anzufressen und müssen deshalb besonders intensiv nach Nahrung suchen.
Ab Mitte November schlummern die meisten Igel in ihrem Winterquartier. Von kurzen Unterbrechungen abgesehen verschlafen sie die kalte Jahreszeit bis in den März oder April.
Bei Schlechtwetterperioden nutzen die eifrigen Insekten- und Schneckenvertilger diese Winterquartiere teils noch bis in den Mai hinein. Da die schlafenden Tiere bei Störungen nicht reagieren, also nicht fliehen können, heißt das für den Garten: Einmal geschaffene Unterschlupfe während des Winterhalbjahres bitte nicht mehr umsetzen.
Igel draußen lassen
Igel, die im Spätherbst mit einem Körpergewicht von weniger als dreihundert Gramm aufgefunden werden, sind meist krank oder stark mit Parasiten befallen oder entstammen einem zweiten, erst im Herbst erfolgten Wurf.
Häufig werden untergewichtige Igel aufgenommen, um sie im Haus zu überwintern. Abgesehen davon, dass die Pflege von Igeln viel Erfahrung erfordert und Mühen und Kosten verursacht, ist letztlich der Erfolg der gut gemeinten Aktion gering. Auch kann die fach- und tiergerechte Betreuung nur zusammen mit Tierärzten und Igelstationen geleistet werden.
Nicht jeder Igel kann gerettet werden und eine gesunde Igelpopulation vermag gewisse Verluste zu verkraften. Vorrangige Aufgabe bei der Igelhilfe ist es, dem Igel eine optimale Lebensgrundlage zu bieten.
Praktische Tipps zur Igelhilfe
Wichtig für diese liebenswerten, stacheligen Gesellen ist vor allem ein artgerechter Lebensraum. Besonders im eigenen Garten gibt es viele Möglichkeiten dem Igel das Überleben zu sichern.
- Mehr Mut zur Wildnis, gestalten Sie ihre Gärten naturnah mit einheimischen Pflanzen.
- Legen Sie Versteckmöglichkeiten und Überwinterungsplätze in nicht aufgeräumten Gartenecken für den Igel an, z.B. durch Pflanzung von Hecken oder Gebüschen,
- Legen Sie Kompost-, Reisig- oder Holzhaufen an.
- Lassen Sie Herbstlaub unter Sträuchern liegen und verzichten Sie auf Laubsauger! Der Igel findet in der Laubstreuschicht reichlich Nahrung in Form von Insekten und Würmern und auch sein Winterquartier, gleichzeitig erspart es Ihnen unnötige Aufräumarbeiten.
- Verzichten Sie auf giftige Spritzmittel und auf Schneckenkorn, da Igel durch vergiftete Nahrungstiere ebenfalls stark gefährdet werden.
- Lassen Sie Durchlässe zu den Nachbargärten frei, da Igel einen großen Lebensraum benötigen.
- Beseitigen Sie Gefahrenstellen, wie z.B. Abdeckung von unvergitterten Kellerschächten und Gruben und legen Sie Gartenteiche mit Flachwasserzonen an.
- Vorsichtig beim Mähen sowie bei Aufräumungs- und Rodungsarbeiten: In Haufen und Holzstapeln können sich Igelnester befinden.
- Mähroboter nur tagsüber einsetzen
- Sorgen Sie regelmäßig für frisches Trinkwasser, zum Beispiel mit einem Vogelbad oder einer Tränke im Garten.