Storchenbestand mit neuem Rekord
Umkämpftes Storchennest - Foto: Hans-Joachim Schaffhäuser
Erstmals seit über 60 Jahren waren wieder mehr als 113 Storchennester im Kreisgebiet besetzt. Gert Dahms, Storchenbetreuer im Landkreis Stade und seine fünf ehrenamtlichen Unterstützenden hatten in diesem Jahr viel zu tun, um alle Daten aus dem gesamten Kreisgebiet zusammenzutragen.
Von den 113 besetzten Storchennestern haben 101 Storchenpaare erfolgreich gebrütet Die Bestandserhebungen von Dahms zeigen auch, dass insgesamt wurden 269 Jungvögel flügge wurden.
Interessanterweise brüten ein Drittel aller Storchenpaare entlang der Oste. Dort finden die Altvögel genügend Nahrung für ihre Jungen. Allein in Brobergen sind zehn Nester zu finden. An vier Standorten davon siedelten sich die Störche in 2026 neu an.
Störche sind vor allem ihrem Nest treu, weniger dem Partner. Denn obwohl es im Kreisgebiet diverse unbesetzte Nisthilfen gibt, kommt es an den ›beliebten‹ Neststandorten immer wieder zu Storchenkämpfen.
Lange Zeit zogen die Störche Richtung Süden in ihre Überwinterungsgebiete in Afrika. Mittlerweile gibt es viele Störche, die nicht so weit fliegen. Sie überwintern in Spanien oder Portugal, da dort genügend Nahrung zur Verfügung steht.
Dadurch verkürzt sich die Zugroute von 10.000 Kilometern auf nunmehr 2.000 Kilometer. Die ankommenden Störche sind ausgeruhter und fitter und kehren oftmals schon im Februar oder März in den Landkreis zurück.
Außerdem beobachtete Dahms, dass die Jungstörche früher geschlechtsreif werden. Nicht erst mit vier Jahren, sondern zum Teil sind sie bereits mit zwei Jahren soweit. Auch dadurch erhöht sich der Brutbestand.
Weißstörche im Flug - Foto: Hans-Joachim Schaffhäuser
Gründe für die Bestandszunahme
Je besser die Nahrungssituation im Brutgebiet, desto höher ist der Chance, dass die Jungvögel flügge werden. Gerade Gebiete mit feuchtem Grünland, wie es in der Osteregion vorkommt, bieten nicht nur den Weißstörchen reichlich Nahrung.
Auch die Zugroute ist entscheidend. Lange Zeit zogen die Störche Richtung Süden in ihre Überwinterungsgebiete nach Afrika. Mittlerweile gibt es viele Störche, die nicht so weit fliegen. Sie überwintern in Spanien oder Portugal, da dort genügend Nahrung zur Verfügung steht.
Dadurch verkürzt sich die Zugroute von 10.000 Kilometern auf 2.000 Kilometer. Die ankommenden Störche sind ausgeruhter und fitter und kehren oftmals schon im Februar oder März in den Landkreis zurück.
Außerdem, so die Beobachtungen vom Weißstorchbetreuer Dahms, werden die Störche früher geschlechtsreif. Früher brüteten sie zum ersten Mal mit vier Jahren. Heute beginnen bereits zweijährige Störche mit der Brut, was den Bestand weiter erhöht.
Störche bei der Nahrungssuche - Foto: Hans-Joachim Schaffhäuser
Lebensraum und Nahrung
Der Weißstorch lebt in offenen Landschaften wie Feuchtgrünland, Flussniederungen mit periodischen Überschwemmungen sowie extensiv genutzten Wiesen und Weiden. In Südeuropa und Nordafrika kommt er auch in Trockengebieten vor.
Ein Altstorch benötigt etwa 700g Futter, während die Jungstörche sogar bis zu 1500g zu sich nehmen.
Seine Beutetiere sammelt der Storch beim Überschreiten der Wiese, beim Durchwaten von Gräben oder lauernderweise vor Mäuse- oder Maulwurfslöchern. Die Beute wird mit der Schnabelspitze ergriffen, hochgeworfen und nach dem Auffangen verschluckt.
Eine wichtige Nahrungsquelle für den Storch stellen neben Regenwürmern, mit denen hauptsächlich die Jungstörche gefüttert werden, auch Heuschrecken, Frösche und insbesondere Mäuse dar.